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Ralf Nentwich zur Murrbahn: „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“

veröffentlicht: 24. September 2025 | zuletzt bearbeitet: 24. September 2025 | AuthorIn: Juliana
Ralf Nentwich auf der Murrbahn
Ralf Nentwich auf der Murrbahn

Murrhardt/Backnang. – Zur Berichterstattung über die massiven Einschränkungen auf der Murrbahn und den Vorwürfen von CDU-Politikern im Kreistag gegen Verkehrsminister Winne Hermann nimmt der grüne Landtagsabgeordnete Ralf Nentwich deutlich Stellung:

„Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Es ist schon bemerkenswert, wie jetzt CDU-Vertreter versuchen, den Schwarzen Peter bei Verkehrsminister Winne Hermann abzuladen. Die Wahrheit ist: Über Jahrzehnte wurde die Bahnpolitik im Bund von CDU und CSU bestimmt – und in dieser Zeit ist die Infrastruktur systematisch heruntergewirtschaftet worden.

Auch das Milliardengrab Stuttgart 21 ist kein Projekt der Grünen, sondern das Prestige- und Herzensprojekt der CDU. Die Folgen dieser falschen Weichenstellungen spüren wir heute alle. Winne Hermann und wir Grüne setzen uns seit Jahren dafür ein, die Bahn und den ÖPNV zu stärken – und zwar gegen viele Widerstände. Der zweigleisige Ausbau der Murrbahn wird von der CDU seit Jahren verhindert und auf die lange Bank geschoben. Hier sollten klare Appelle in Richtung Bund gehen – Minister Hermann steht klar dazu und unterstützt diesen klar. Dies hat er bei seinen zahlreichen Besuchen in Backnang und entlang der Murrbahn immer wieder betont. 

Darüber hinaus sollte sich die CDU an die eigene Nase fassen: Für die Gestaltung des VVS trägt sie in der Regionalversammlung seit Jahren die Mehrheit und damit die Hauptverantwortung – nicht die Grünen. Wenn es also Kritik am VVS und den S-Bahnen gibt, dann richtet sich diese in erster Linie an die CDU.

Und noch eines: Die Wortwahl mancher CDU-Vertreter im Kreistag war schlicht unter der Gürtellinie. So geht man im politischen Miteinander nicht miteinander um.“

Mit Blick auf den aktuellen Streit ergänzt Nentwich:

„Solche Artikel am Morgen brauche ich nicht zum Wachwerden – da fliegt einem schon der Kaffee aus der Hand. Und an die CDU: Wer den ÖPNV ständig kritisiert, sollte wenigstens selbst öfter mitfahren. Als täglicher Pendler habe ich da bislang wenig Begegnungen mit CDU-Kollegen. Ich würde mich aber sehr freuen, wenn sich das grundsätzlich ändern würde.“