
Der aktuell vorliegende Planentwurf zum Ausbau der B 328 wirft aus meiner Sicht erhebliche ökologische, verkehrliche und kommunalpolitische Fragen auf. Nach intensiven Gesprächen mit den betroffenen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung im Rahmen eines Treffens des Abgeordneten Tayfun Tok am 31. Oktober 2025 in dessen Wahlkreisbüro und meinen persönlichen Gesprächen mit Betroffenen entlang der geplanten Trasse wurde deutlich: Der geplante Ausbau stößt vor Ort auf breite und fundierte Kritik, die ich ebenfalls teile..
Zwar ist die verkehrspolitische Ausgangslage bekannt – insbesondere der Wunsch, die Raumschaft Backnang und der Stadt Backnang besser an das Autobahnnetz anzubinden und langfristig eine Art „Nord-Ost-Ring“-Ersatz zu etablieren. Auch wird eine Zeitersparnis sowie eine gewisse Entlastungswirkung für andere Verkehrsachsen angeführt. Diese Argumente stehen jedoch in keinem angemessenen Verhältnis zu den gravierenden Eingriffen in Natur, Landschaft und bestehende Strukturen.
Ich spreche mich daher klar gegen den Ausbau der B 328 in der derzeit geplanten Form aus – insbesondere aus Gründen des Naturschutzes, des Landschaftsverbrauchs und der ökologischen Verantwortung. Der Hartwald und seine Umgebung sind sensible Naturräume, deren Zerschneidung, Zerstörung und zusätzliche Belastung durch ein groß dimensioniertes Straßenbauprojekt nicht zu rechtfertigen sind. Man sieht beim aktuellen Ausbau der B14, welche gravierenden Auswirkungen dies hat.
Und noch etwas ist mir wichtig: Bevor wir ein weiteres großes Straßenbauprojekt angehen, sollten wir unsere Prioritäten richtig setzen. Der zweigleisige Ausbau der Murrbahn ist seit Jahren ein zentrales Anliegen für die Region und würde einen erheblichen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität leisten. Dieses muss prioritär vom Bund angegangen werden.
Hinzu kommt: Die betroffenen Kommunen entlang des Hartwalds tragen die Hauptlast der negativen Folgen, ohne nennenswert von dem Projekt zu profitieren. Bei einem Treffen in Marbach wurde deutlich formuliert: „Für die Stadt Großbottwar hat der Ausbau keinen Vorteil: 2 von 4 Anschlüsse fallen weg, der Storchenkreisel entfällt, der Verkehr nimmt innerorts zu, während der Lärmschutz nicht ausreichend ist.“
Auch andere Kritikpunkte aus den Kommunen sind eindeutig: „Es sei vor Ort nicht vermittelbar, wenn die Anschlussstellen nach Winzerhausen und zum Forsthof gekappt werden.“
Zudem wurde betont, dass „ein Ausbau mit Brückenbauwerken, Ohrenführung und Umleitungen durch Ortsmitten ökologisch und finanziell nicht vertretbar“ sei.
Besonders kritisch sehe ich auch die Auswirkungen auf die Land- und Forstwirtschaft. Aus dem Kreis der Betroffenen wurde klar darauf hingewiesen, dass „ein Begleitwegenetz mit wenigen Anschlüssen zu deutlich längeren Wegen zwischen bewirtschafteten Flächen und Betrieben führen würde“. Dies ist weder nachhaltig noch wirtschaftlich sinnvoll.
Darüber hinaus ist die verkehrliche Notwendigkeit des Projekts keineswegs eindeutig belegt. Auf dem betreffenden Streckenabschnitt nutzen derzeit rund 15.000 Fahrzeuge täglich die B 328 – häufig bei fließendem Verkehr. Selbst bei einer angenommenen Steigerung der Verkehrsbelastung erscheint ein Ausbau in der hohen Entwurfsklasse EKL2 überdimensioniert. Eine maßvollere Lösung, etwa durch eine Einstufung in EKL3, wäre aus meiner Sicht deutlich angemessener – auch um weiterhin landwirtschaftlichen Verkehr zu ermöglichen.
Für mich ist klar: Infrastrukturpolitik darf nicht gegen die Region gemacht werden, sondern nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Die Interessen der Anrainerkommunen, der Landwirtschaft, des Naturschutzes und der Bürgerinnen und Bürger müssen im weiteren Verfahren zwingend stärker berücksichtigt werden. Dafür werde ich mich weiterhin mit Nachdruck einsetzen.

